"Those you know, like and trust ..."
Seit über dreißig Jahren unterstützt KRESTON INTERNATIONAL europaweit und global die Zusammenarbeit und den Erfolg von WP-Gesellschaften. DREI gibt Einblick in Geschichte, Strukturen und Ziele des Verbandes.
Von Dr. Frank Kraushaar
Es mag ein wenig paradox klingen: Der Wettbewerb funktioniert nach anderen Regeln als die Kooperation - aber Konkurrenz und Zusammenarbeit müssen sich nicht ausschließen. Ein Verbund von Unternehmen derselben Branche und annähernd ähnlicher Größe bietet seinen Mitgliedern erweiterte Wachstumsmöglichkeiten durch internationale Kooperation und stärkt so die Wettbewerbsfähigkeit.
| Chris Flint, seit 1991 Sekretär von KRESTON INTERNATIONAL, ist annähernd das ganze Jahr über für den Verbund unterwegs, koordiniert die Vorbereitung der regelmäßigen Konferenzen und Kongresse, unterstützt die Kommunikation der einzelnen Mitglieder und arbeitet, gemeinsam mit engagierten Kollegen, beständig an der Ausweitung und Verdichtung des Netzwerkes. Bei einem Treffen im Foyer des „Steigenberger" am Frankfurter Flughafen im vergangenen November erfuhren wir von ihm nähere Einzelheiten zu Entstehung, Idee, Geschichte und Funktionsweisen des Verbundes. Chris Flint versteht sich darauf, ein Informations- und Arbeitsgespräch durch die eine oder andere Anekdote kleiner Abenteuer am Rande des Geschäftslebens unterhaltsam zu gestalten. |
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Chris Flint, Sekretär von KRESTON INTERNATIONAL, und Dr. Gabriel Brösztl, Bansbach Schübel Brösztl & Partner |
Flexibles und pragmatisches Handeln müsse nicht erst ein Ergebnis kritischer Situationen sein. Denen mag mancher so gelassen begegnen wie jener Kopilot eines Privatjets, in dem Chris Flint und Nard Konings, Geschäftsführer von Bol Accountants (Boxmeer, Niederlande), vor einigen Jahren um eine sichere Landung bei Genua bangen mussten: Nachdem der Pilot beim ersten Anflug hatte durchstarten müssen, war sein Assistent kurzerhand in den Bug der Maschine gekrochen, um dort einen Defekt der Fahrgestellmechanik zu beheben, sodass diese beim zweiten Versuch endlich ihren Widerstand gegen ein erfolgreiches Ende der Reise aufgab. Solche Anekdoten lassen sich nachher schmunzelnd erzählen; schließlich ist ihnen ein gelegentlich gleichnishafter Charakter kaum abzusprechen. Und Chris Flint bestätigt gern, dass er spontane Beherztheit bis jetzt zu schätzen weiß, doch - so erklärt er die Philosophie von KRESTON INTERNATIONAL - lassen sich die erweiterten Erwartungen an die internationale Kompetenz der Berater seitens ihrer Mandanten nur dann auch langfristig zuverlässig erfüllen, wenn ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis unter geschätzten Kollegen den Austausch von Informationen, Kontakten und weiterreichende Kooperationsformen selbstverständlich macht.
In diesem Sinne müssen ein englischer und ein deutscher Wirtschaftsprüfer im Jahr 1971 während einer Kaffeepause übereingekommen sein, sich zukünftig vor allem bei der Betreuung international vertretener Mandanten gegenseitig zu unterstützen, um zunächst dein wachsenden Konkurrenzdruck der großen, international vertretenen WP-Gesellschaften besser standhalten zu können. Dr. Gabriel Brösztl von Bansbach Schübel Brösztl & Partner GmbH, Stuttgart und Michael Ross von Finnie & Co., Douglas (Großbritannien) hatten sich damit ursprünglich auf eine defensive Strategie angesichts der sich damals bereits abzeichnenden Wirkungen von Fusionen unter WP-Gesellschaften und Aufkäufen in der Wirtschaftsprüferbranche verständigt. Und wie vor über dreißig Jahren liegt in diesem Ansatz bis heute noch eines der Hauptmotive für die positive Kooperation mittelständischer Beraterunternehmen auf Ebene des KRESTON-Verbundes.
Doch die Tatsache, dass sich aus einem, anfangs eher losen, Bündnis mit der Zeit ein Verbund mit steigenden Mitgliederzuwachsraten, einer differenzierten Koordination und gezielten Ausweitung der Aktivitäten bilden konnte, lässt darauf schließen, dass auch andere Motive ins Spiel gekommen sind.
So zählte KRESTON INTERNATIONAL im fünften Jahr seines Bestehens noch zwölf Mitgliedsfirmen, deren Vertreter vor allem aus Frankreich, den Niederlanden, Dänemark, den USA und eben Großbritannien und Deutschland stammten. Nach zwanzig Jahren, 1991, wurde auf einer Liste internationaler BP-Netzwerke der 36. Platz gehalten, während bereits Gesellschaften aus dreißig Ländern mit einem gesamten Umsatzvolumen von gut einhundert Millionen US-Dollar vertreten waren. Heute nimmt KRESTON nach derselben Rangordnung den 14. Platz ein, unterhält feste Verbindungen in zweiundsiebzig Länder und der Umsatz seiner Mitglieder beläuft sich auf etwa eine Milliarde US-Dollar. Der starke Mitgliederzuwachs und die globale Streuung der Herkunftsländer erfordern eine Unterteilung in vier Weltregionen: Nordamerika, Südamerika. Ferner Osten und Australasien, Europa und Naher Osten.
Damit liegt auf der Hand, dass neben dem Motiv der Sicherung wichtiger Mandate auch die Notwendigkeit gegenseitigen Erfahrungsaustauschs in den Vordergrund gerückt ist. Regelmäßige Möglichkeit dazu bietet das jährliche internationale Treffen, zu dem der Verbund in jeweils eines der durch die Mitglieder vertretenen Länder einlädt. Der Verlauf der Jahrestreffen beinhaltet eine Reihe von Fachvorträgen. die durch angeschlossene Arbeitsgruppen vertieft werden, und zudem den gesellschaftliclenTeil, der den Rahmen zum Aufbau oder zur Pflege persönlicher Kontakte bietet. Nicht zuletzt soll dabei auch der Grundstein für eine gute Erinnerung an das Gastland Gelegt werden - schließlich warten gute Erimerungen oft nur auf gute Gelegenheiten, um eine Idee gemeinsam in die Tat umzusetzen.
Parallel zurn allgemeinen Jahreskongress werden regionale und nationale Treffen veranstaltet, deren Ziel unter anderem auch ist, den Austausch des Führungsnachwuchses stärker zu fördern. Organisation und Ablauf dieser Konferenzen sind verschieden und richten sich nach den speziellen Interessen der jeweiligen Mitglieder. Doch ermöglicht das Netzwerk gerade so auch unterhalb der ersten Führungsehene die Zusammenarbeit hei der Anwerbung qualifizierten Personals und bei der Akquisition neuer Mandate.
Während sich die beruflichen Standards der Branche in Westeuropa und Nordamerika auf angeglichenem Niveau gegenüberstehen, machen, teils deutliche, Unterschiede in den anderen Regionen einen zusätzlichen Faktor für die Weiterentwicklung der Verbundsaktivitäten aus. In den letzten Jahren förderte KRESTON das Zusammenwachsen der Branche Über Osteuropa vor allem durch Zugewinn neuer Mitglieder in den zooq der EU beigetretenen Staaten. Ansprechpartner befinden sich etwa in Estland, Litauen, Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn, aber selbstverständlich auch in Russland und anderen Staaten Osteuropas, die außerhalb der Union stehen.
Ein weiteres vorrangiges Ziel ist die verstärkte Präsenz in der Region Ostasien, insbesondere in China. Auch hier wurden in der letzten Zeit deutliche Fortschritte erzielt, sodass nun in enger Zusammenarbeit mit Mitgliedern aus dem chinesischen Raum der nächste Jahreskongress für den Herbst 2005 in Shanghai vorbereitet wird.
Die BPG-Gruppe hofft nicht nur, sondern will auch aktiv daran mitwirken, dass Ausbreitung und Nutzungsmöglichkeiten des Netzwerkes KRESTON INTERNATIONAL auch in Zukunft, den Erfordernissen internationaler Kooperation mittelständischer Beraterunternehmen entsprechend, weiterentwickelt werden. Am wertvollsten ist dabei für uns der regelmäßige Austausch mit Mitgliedsunternehmen mit ähnlichen geschäftlichen Interessen bzw. Tätigkeitsfeldern. Weitere Informationen über die dem Verbund angehörenden Unternehmen und über die wirtschaftlichen und juristischen Rahmenbedingungen der Länder, in denen diese präsent sind, finden sich auf der Web-Seite: http://www.kreston.com.
Wir danken unserem langjährigen Deutschen Kreston-Partner, der BPG AG,
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in Krefeld (mit verschiedenen Niederlassungen in Deutschland) und insbesondere Herrn Dr.
Frank Kraushaar für die freundliche Überlassung dieses Artikels aus derem Kunden-Magazin "drei" vom Frühjahr 2005.
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